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Wir sehen Rot!

15. Apr 2026

Wir sehen Rot!

Die KiTa-Fachkräfte aus den Einrichtungen der unterschiedlichsten Träger in Salzkotten schlagen Alarm.

Wir sehen rot

Die KiTa-Fachkräfte aus den Einrichtungen der unterschiedlichsten Träger in Salzkotten schlagen Alarm. Seit Jahren weisen die PädagogInnen NRWweit auf die zunehmend angespannte Situation in den Kindertagesstätten hin - doch aus ihrer Sicht bleiben spürbare Verbesserungen aus.

Offiziell heißt es häufig, es werde in allen Bereichen gespart - nur bei den KiTas nicht.

In den Einrichtungen selbst kommt diese Botschaft jedoch nicht an.

Im Gegenteil: Der tatsächlich verfügbare Personalschlüssel vor Ort sinkt nach Aussage der Fachkräfte kontinuierlich. Jedes Jahr aufs Neue müssen die Teams bangen, wie viele Stunden ihnen zur Verfügung stehen, um die Kinder auf ihrem individuellen Bildungsweg angemessen zu begleiten.
Ein zentrales Problem liegt in der Finanzierung: Die Buchungszeiten der Eltern sind direkt an die zur Verfügung stehenden Stunden in den Einrichtungen gekoppelt. Gleichzeitig reichen die Pauschalen, die die Träger erhalten, nicht aus, um auch in Urlaubs- und Krankheitszeiten ausreichend Personal zu finanzieren.
Die Folge: In vielen Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen gehört die Notbetreuung mittlerweile zum Alltag.
Für Kinder bedeutet dies konkrete Einschränkungen. Sie können an solchen Tagen nicht wie gewohnt ihre Freundinnen und Freunde treffen und verbleiben stattdessen zu Hause - oft im Homeoffice bei ihren Eltern.
Mit Blick auf das geplante neue Kinderbildungsgesetz, das im Sommer verabschiedet werden soll, wächst die Sorge weiter. Es ist von erweiterten Buchungszeiten für Eltern sowie von sogenannten Rand- und Kernzeiten die Rede. Die Fachkräfte befürchten dadurch eine zusätzliche Verschärfung der ohnehin angespannten Personalsituation.
Zudem verweisen sie auf die UN-Kinderrechtskovention, die es zu wahren gelte. Kinderrechte können nur gewährleistet werden, wenn ausreichend qualifiziertes und finanziertes Personal zur Verfügung stehe.

Gleichzeitig erkennen die Fachkräfte die pädagogischen Fortschritte der vergangenen Jahre an. Themen wie Partizipation, Kinderrechte und Kinderschutz sind stärker in den Fokus gerückt. Die Förderung von Resilienz muss aus ihrer Sicht zunehmend an Bedeutung gewinnen, denn es gilt die Kinder besser auf Krisen vorzubereiten.

Doch im Alltag stoßen diese Ansprüche an ihre Grenzen. Die Fachkräfte machen deutlich, dass die Kinder täglich Unterstützung benötigen - sie es bei der Bewältigung von Konflikten, bei der Entwicklung von Impulskontrolle oder bei der Trennung von ihren Bezugspersonen. Die dafür notwendige Beziehungsarbeit sollte im Mittelpunkt stehen. Stattdessen dominiert häufig der organisatorische Aufwand: Wer ist wann wo eingeteilt, um die Aufsichtspflicht überhaupt gewährleisten zu können?
Konkret bedeutet dieses: In Urlaubs- und Krankheitszeiten müssen drei Fachkräfte in jeder Gruppe anwesend sein. Nur so können die Bedürfnisse sinnvoll umgesetzt werden.

Die Pädagoginnen richten mit ihrer Aktion am 15.04.2026 "Wir sehen Rot" einen eindringlichen Appell an die Verantwortlichen in der Gesetzgebung: Das Wohl der Kinder müsse oberste Priorität haben, so steht es im Artikel 3 der UN-Kinderrechtskonvention.
Dafür brauche es einen Personalschlüssel, der auch Ausfallzeiten durch Urlaub und Krankheit realistisch berücksichtigt - sowie eine verlässliche und auskömmliche Finanzierung.